Weinbauverein Suttenberg

Besuch eines Winzers – Simmendinger

An der Hauptstrasse in Münchenstein direkt an der Birs liegt unscheinbar der Weinkeller der Familie Simmendinger. Im Gewölbekeller des grössten Bauernhofs im Kanton Basel Landschaft vinifiziert Sascha Simmendinger zirka 40‘000 Flaschen (35’000 Eigene und 15’000 lohnkellterungs Flaschen) Wein.

Wir werden mit einem Glas Traminer begrüsst. Bevor wir einen weiteren köstlichen Wein probieren dürfen, müssen wir etwas leisten. Wir spazieren durch den Innenhof über die Birs ans andere Ufer und sehen dort die altwürdige Geigy Villa. Im „Schlauch“ (Keller) hat für Sascha Simmendinger alles angefangen. Dort wurde der Platz aber schon bald knapp.

Hinter der Geigy Villa geht es bergwärts in einen der Rebberg von Sascha (zirka 50a gross). Mit einem Sprung über den Elektrozaun sind wir in der Anlage.

Hier wachsen die Weisswein Sorte Solaris und seit fünf Jahren die Rotwein Sorte Cabernet Jura. Beide Sorten gehören zu den neuen Sorten oder in Volksmund auch von PiWi Sorten (pilzwiderstandsfähige Sorten) die Rede. Diese haben den Vorteil, dass Sie im Fall von Sascha, nur 1x resp. 3x pro Saison gespritzt werden mussten. Die Cabernet Jura Trauben lässt Sascha auf dem Heuboden trocknen, damit das Wasser in den Beeren verdunstet und somit einen kräftigen Wein (mit zirka 115Grad Oechsle) gekeltert werden kann.

Dieser Rebberg liegt in einer Waldlichtung auf einer ehemaligen Kuhweide. Wegen der Nähe zum Wald sind die wilden Tiere die grössten Feinde. Aber seit der Montage des elektrischen Zauns hat Sascha die Tiere im Griff.

Es führt eine Wasserader diagonal durch die Rebenparzelle, dies zeigt sich das gewisse Rebstöcke grünere saftigere Blätter haben. Interessant.

Die Solaris Trauben sind sehr früh reif und werden deshalb bereits diesen Samstag (07.09.2019) gelesen. Wir messen noch die Oechsle Grad und spazieren mit der untergehenden Sonne zurück auf den Hof.

Sascha Simmendinger ein gewiefter innovativer Winzer. Spritzt seine Reben versuchsweise mit einer Drohne. Nicht nur das, sondern vor gut anderthalb Jahren hat er der Keller des Gutshofes zu einem sehenswerten Gewölbekeller ausgebaut. Der alte Putz wurde von den Wänden und der Decke geklopft und der Mergelboden durch eine Betonplatte mit einem hygienischen fugenlosen Bodenbelag ersetzt.

In diesem Gewölbekeller nehmen wir unser zweites Glas Weisswein (Solaris) ein. Weintrinken hat für mich stark mit Emotionen verkaufen zu tun, für dies bietet dieser Gewölbekeller das perfekte Ambiente.

Im Frostjahr 2017 hat Sascha bei einem befreundeten Winzer aus der Toskana Trauben gekauft. Sein eigener Ertrag war gerade bei zirka 3‘500 Flaschen.

Bei Tisch kredenzen wir weiter Simmendinger Weine. Aescher Blanc de Noir, Arlesheimer Blauburgunder, Arlesheim Restaurant Ochsen Wein, Cabernet Jura 115 Oe, Merlot, Sanguovese, Gewürztraminer Dessert. Eine ganze Palette von Weinen die mir alle geschmeckt haben.

Um sich von der Masse abheben zu können braucht es neue Ideen, die Sascha auch im Jahr 2018 umgesetzt hat. Die Zusammenarbeit mit dem Winzerkollegen aus Montalcino wird weitergeführt. Am idealen Cuvée proben die beiden noch herum. Man darf gespannt sein.

Zum Wein gibt es hausgemachte Flammkuchen und gefüllter Zopf.

Ein kurzweiliger lehrreicher Abend geht zu Ende. Von Sascha Simmendinger werden wir noch einiges hören – da bin ich überzeugt.

Letztes Jahr haben wir Daniel Widmer vom Zelglihof in Sissach besucht.

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