Weinbauverein Suttenberg

Spätfrost 2019

Das schöne Osterwetter hat die Knospen geöffnet und die ersten ein zwei Blätter der Schosse wurden sichtbar. Endlich der Austrieb hat unter schönstem Frühlingswetter stattgefunden.

Anfangs dieser Woche ein (erster) Dämpfer, wir haben wenig Frost erwischt. Das genaue Ausmass ist noch nicht sichtbar. Es scheinen vorwiegend einzelne Blätter der Blauburgunder – Reben betroffen zu sein, leider aber auch vereinzelt ganze Triebe. Bei den Gamaret – Jungreben zeichnet sich ein düsteres Bild, dort sind die Schosse komplett erfroren. Kurzum wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen.

Trübsal zu blasen wäre nicht meine Art, ich glaube an das Gute und bin zuversichtlich, dass sich die Reben auf irgendeine Art erholen werden – das Jahr besser wird.

Ausserdem sind für mich Frostschäden von einer höheren Gewalt ausgelöst, was das Beeinflussen gewissermassen unmöglich macht. Klar, es gibt die Paraffinkerzen oder die Möglichkeit des Abdeckens. Aber diese Massnahmen stehen für unsere kleine Fläche in keinem vernünftigen Aufwand – Ertrag – Verhältnis.

Gefühlt stündlich habe ich zwei Nächte lang geschaut, wie sich die Messwerte an der Wetterstation in der Nähe ändern. Ein Blick aus dem Fenster zeigte, ob die Wolkendecke doch noch aufreisst oder ob der klare Himmel die Wärme ungehindert abstrahlen lässt. Nach der ersten Frostnacht, scheinen die Reben nicht sonderlich arg in Mitleidenschaft gezogen zu sein. Die zweite Frostnacht wird nicht mehr ganz so kalt prognostiziert. Nach der zweiten Frostnacht dann die Ernüchterung, es hat uns doch stärker getroffen als es noch nach der ersten schien, obwohl die zweite Frostnacht bedeutend „wärmer“ war.

Jetzt ist es so wies ist – die Realität findet draussen im Rebberg statt und nicht in der Statistik einer Wetterstation.

Ich möchte nach vorne schauen und weiterhin auf eine tolle Unterstützung aller Beteiligten hoffen.

Wie geht es konkret weiter?

Nach den Regenfällen der nächsten Tage werden die erfrorenen Teile wahrscheinlich abgefallen sein und das genaue Ausmass des Frostes kann besser eingeordnet werden. Der Ausfall ist mit angrenzender Wahrscheinlichkeit nicht so verheerend wie vor zwei Jahren.

Wir versuchen weiterhin gewissenhaft die Arbeiten fortzuführen.

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